Saisonvorschau
Neue Saison, neues Glück. Aus der Oberliga kommt nach langer Zeit die TG Biberach wieder in die Verbandsliga. Dass sie der Position des klaren
Aufstiegsfavoriten gerecht werden, müssen die Spieler aus Oberschwaben aber erst noch zeigen. Ebenfalls aus Oberschwaben, jedoch als Aufsteiger der Landesliga kommen die Schachfreunde
Mengen neu dazu. Laut DWZ-Aufstellung ist dies die schwächste Mannschaft und ein klarer Abstiegskandidat. Jedoch sind wir selbst ein gutes Beispiel, dass DWZ allein noch nichts
heißen mag. Der SK Wernau hat sich 2017 in der Bezirksliga mit drei (eingekauften?) Spielern an den Topbrettern verstärkt und versucht damit nun den Durchmarsch in die Oberliga.
Zuletzt schaffte es auch erneut der SC Rangendingen zurück in die Verbandsliga. Glücklicherweise dürfen wir die weit entfernten Kollegen diese Saison im Heimspiel
begrüßen.
Die restlichen Mannschaften sind alt bekannt, einen kurzen Überblick bietet auch die Saisonvorschau der Nachbarn aus Ebersbach: https://schach-ebersbach.de/saisonvorschau-verbandsliga-2019-2020/
Die Statistik und das Ligaorakel sprechen wie immer gegen uns. Trotz dessen hoffen wir diese Saison auf den vierten Klassenerhalt in Folge.
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Zur Aufstellung: Stefan Lehmann rückt nach dem guten Abschneiden der letzten Saison weiter vor an Brett 2. Außerdem tauschen Lankes und Weißenberger die Plätze. An Brett 8 kommt Thomas Wiedmann als Stammspieler in die erste Mannschaft. Er zeigte bereits in der Vergangenheit als zuverlässiger Ersatz, dass er es mit den 2000ern in der Verbandsliga aufnehmen kann.
Unentschieden gegen TG Biberach
Die Erwartungen auf einen Punkt waren vor dem Spiel eher gering. So ist doch sogar die B-Mannschaft (Brett 9-16) der Biberacher stärker aufgestellt als unsere
Aufstellung zum Spiel. Wer jetzt aber denkt, das würde ein scheues Verteidigen der Fils-Lauter-Spieler werden, wäre eindeutig überrascht. An den meisten Brettern ging es angriffslustig und mutig
zu.
An Brett 5 zeigte sich Mario Weißenberger im Sweschnikow-Sizilianer besser vorbereitet und konnte zwei Fehler seines Gegner direkt für einen
durchschlagenden Angriff nutzen, sodass dieser nach nur 19 Zügen aufgeben musste.
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Weiß droht simple 20.Df7#
19...g6 scheitert sowohl an
20.Dxg6! hxg6
21.Txh8+ Kg7 (einziges Feld)
22.Txd8 Lxd8 (gewinnt die Dame zurück)
23.Sxc8 mit Figur mehr, da der Springer über d6 entkommt
als auch an
20.Dh6+ Ke8 (einziges Feld)
21.Dg7 Tf8 (pariert Dxh8 und Df7#)
22.Txh7 Dc7 (gibt dem König ein Fluchtfeld)
23.Lf7+ Kd8
24.Th8 (und es gibt keine Entkommen für den König)
bleibt noch
19...d5 20.Txd5 Dc7 21.Td7! oder 20.Lxd5 Lxc5 21.Lxc6
19...De8 20.Dxe8 Kxe8 21.Sxc8 oder 20.Dxh7! Txh7 21.Txh7
Thomas Erker (3) konnte seinen Eröffnungsvorteil zunächst ausbauen. Nachdem sich kurz darauf das Zentrum abgetauscht hatte, lies er sich jedoch vom Remisangebot überzeugen.
Andreas Buchele (8) brachte wie üblich seinen Gegner schon in der Eröffnung durch scharfes Spiel ordentlich
zum Schwitzen und Rechnen. Dieser verteidigte jedoch souverän und nutze die erste Ungenauigkeit, um mit klarem Mehrbauern ins Endspiel abzuwickeln. Das Abspiel war dann nicht mehr zu
halten.
An Brett 7 hatte Thomas Wiedmann keine Probleme gegen den 300 DWZ-Punkte höher gewerteten Rainer
Birkenmaier eine solide Stellung mit leichtem Vorteil aufzubauen. So konnte hier der nächste halbe Punkt eingefahren werden.
Gerd Holl (2) zeigte gegen Wolfgang Mack seine Klasse und bot noch vor der entscheidenden taktischen
Abwicklung ein Remis. Mack nahm sich daraufhin seine restliche Bedenkzeit um noch einen Vorteil in der komplizierten Stellung zu finden. Kurz vor Plättchenfall willigte er schließlich
in die Punkteteilung ein.
Michael Eisele (4) nahm das bekannte giftige Bauernopfer im Trompowsky-Angriff an, und baute sich zunächst
solide auf. Im zunehmenden Angriffsdruck verstrich jedoch viel Bedenkzeit um die Verteidigungsmuster zu finden. In zunehmender Zeitnot musste er schließlich gegen Oliver Weiß die Segel
streichen.
Erich Lankes (6) konnte mit Schwarz gegen Fidemeister Holger Namyslo ausgleichen und investierte
daraufhin seine Zeit genau richtig zunächst einen Angriff aufzubauen, dann die Kontrolle der offenen Linie und des Zentrums zu übernehmen, und schließlich nach sorgfältiger
Vorbereitung den entscheidenden Einbruch ins gegnerische Lager zu setzen. Die durchweg beeindruckende Partie wäre sicherlich unangefochten die Partie des Tages, wenn nicht Brett 1 noch
spielen würde.
Nachdem wir ohne große Erwartungen in den Mannschaftskampf gekommen waren, stand es nun 3,5:3,5 mit der letzten Partie an Brett 1 von Stefan Lehmann (w) gegen Bernhard Sinz (s). Lehmann hatte im Mittelspiel die Qualität (eingestellt?) geopfert, dafür jedoch einen starken Freibauer auf
b7 erhalten. Mit T+S und Bauern gegen T+T und Bauern konnte er präzise den Druck weiter aufbauen. Beide Spieler waren in erheblicher Zeitnot, da bietet Sinz ein Remis, was den unverhofften
Mannschaftspunkt sichern würde. Doch Lehmann vermutete zurecht, dass die Stellung deutlich gewonnen sein müsste und spielt weiter. Im 38. Zug unterläuft ihm dann doch ein Fehler und die Stellung,
immer noch gewonnen, wird unklarer. Im 41. Zug verpasste Lehmann dann die letzte Gewinnchance und bietet Remis, was schließlich angenommen wurde.
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Hier machte es sich Weiß mit 38.Td6 unnötig schwer, stattdessen gewinnt zum Beispiel 38.c6 Td2 39.Tb8+ Ke7 40.Tb7+ recht einfach.
38.Td6 Txd6
39.cxd6 Kd7
40.Kb6 Ta8
hier gewinnt das seltsam aussehende
41.Sc7 Tb8+
42.Kc5 Tb2
43.a6 Tc2+
44.Kb6 Tb2+ (44...Kxd6 45.a7! Tc6+ 46.Kb5)
45.Sb5 Txg2
46.a7 Ta2
47.Sc7
stattdessen 41.Kb7(=) Tf8 42.Sb8+ Kxd6 43.a6 f5 44.a7 Tf7+ 45.Kb6 Txa7 46.Kxa7 f4 und die weißen Figuren stehen zu weit von den Bauern entfernt
Sehr glücklich reist die erste Mannschaft daher mit einem unerwarteten aber verdienten Punkt aus Biberach ab und lässt die Oberligaabsteiger nochmal mit einem blauen Auge davon kommen.
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